Zweiklassengesellschaft auch bei Fortbildungen?

Submitted bytgr on30. September 2008 - 11:30

Anscheinend wird nicht nur im Gesundheitswesen zwischen Privat- und Kassenpatienten unterschieden, auch bei meiner aktuellen Weiterbildung im Computerbereich ist die Einteilung in „wichtige Leute“ (O-Ton) und Leute, die vom Arbeitsamt gefördert werden, offensichtlich.

Auffällig wird dieses sofort bei der qualitativ unterschiedlichen Ausstattung in den getrennten Räumen für Firmenkunden und „Kunden“ der ARGE. So lernen die einen in einem vollklimatisierten Raum mit modernster Hardware (u.a. standardmäßig Doppelmonitore), während die anderen zusammengepfercht in einem Zimmer sitzen, in dem ständig die Fenster geöffnet werden müssen, um an etwas Frischluft zu gelangen (inklusive des dadurch steigenden Lärmpegels durch den vorbeifahrenden Verkehr).

Aber auch an kleinen Sachen merkt man schon, welchen Stellenwert hier Menschen haben, die vom Arbeitsamt gesponsort werden:
An einem öffentlich ausliegenden Teller mit Gebäck dürfen sich die Erwerbslosen nicht bedienen, da dieser ausschließlich für die Firmenkunden vorgesehen ist.
Der Gipfel der Unverfrorenheit bzw. Lächerlichkeit ist aber die Aussage, dass es organisatorisch anders nicht zu bewerkstelligen sei und dass die Kosten die Kalkulation sonst sprengen würden, falls alle bei den Keksen zugriffen.

Schöne neue Zweiklassen-Fortbildungswelt!

Update
Im Laufe der nächsten Wochen werden auch die „nicht so wichtigen Leute“ in einen klimatisierten Raum umziehen. Auf die Kekse können wir gerne verzichten. Es geht um die Art und Weise, wie man hier als Erwerbsloser behandelt und um den Ton, der dabei benutzt wird.