Kölner ARGE-Geschäftsführer getortet

Gespeichert von KEA am 11. September 2008 - 13:45

Auch innerhalb Deutschlands kann sich die Bundeswehr auf „vermintes“ Terrain begeben. Die Agentur für Arbeit bzw. ARGE in Köln scheint ein solches zu sein. Immer wieder kommt es zu Störaktionen gegen die Werbeveranstaltungen, wo Offiziere unter meist erwerbslosen jungen Erwachsenen hoffen, ihre rasant rückläufigen Zugänge an Zeitsoldaten ausgleichen zu können. Zuletzt musste am 18. Juni 2008 eine derartige Veranstaltung abgebrochen werden, da die Werbeoffiziere erst mit pinkfarbenen Mehl, dann mit Schmutzwasser empfangen wurden.

Am 10. September nun sorgte ein umfangreiches Einsatzkommando der Polizei, die Demonstranten einer Initiative namens »Bundeswehr wegtreten!« auf Abstand zu halten. Dennoch blieb der Zugang zum Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit blockiert. Ob und wie letztlich sowohl Interessenten als auch die Veranstalter ins Gebäude kamen, blieb bisher unbekannt. Die Nachfrage scheint nicht all zu groß. Dass nunmehr nicht Angehörige der Bundeswehr, sondern stattdessen der ARGE-Geschäftsführer Müller-Starmann getortet wurde, mag darauf hindeuten, dass es sich im Kontext der Veranstaltung und des Veranstaltungsortes um eine Schnittstelle handelt, wo gebeutelte Hartz-IV-Betroffene und Antimilitaristen zusammenkommen und gemeinsam kämpfen. Nach der Mittagspause wurde Müller-Starmann an der Kantine abgefangen und überraschend mit einer Torte beworfen. Ihm wird eine Mitverantwortung unterstellt, dass zum einen derartige Veranstaltungen hier stattfinden dürfen, zum anderen durch die aktive Umsetzung von Hartz IV für „williges“ und gleichermaßen „billiges Kanonenfutter“ gesorgt werden soll.


externer Bericht: Indymedia (mit Fotos)