1-Euro-Jobber in öffentlichen Toiletten

Submitted byKEA on17. Juli 2009 - 16:08

Wenn Klofrauen und Klomänner auf öffentlichen bzw. städtischen Toiletten nicht notwendig wären, dann würde man sie sicher nicht antreffen. Wenn sie aber notwendig sind, so darf man doch logisch schlussfolgern, dass es sich nicht um eine zusätzliche Leistung handelt, wie es für die Genehmigung so genannter 1-Euro-Jobs eigentlich zwingend wäre.

Dieser Widerspruch – der sich zumal bei genauerem Hinsehen bei sehr vielen 1-Euro-Jobs erkennen ließe – ist schon Übel genug, hier aber sind 1-Euro-Jobber sogar mit der Einnahme von „Trinkgeldern“ beschäftigt. „Ca. 30,- Euro am Tag.“, verriet uns ein ehemaliger Beschäftigter der KGAB GmbH, was sicher von Standort zu Standort verschieden ist. Nein, nein, nicht für den 1-Euro-Jobber! Ähnlich wie auf einigen Raststätten der Autobahnen, kommt der Mann mit dem Koffer vorbei und sackt das Geld ein, um es in die Zentrale der KGAB zu bringen.

Freilich hat der Gang zum Klo in öffentlichen Einrichtungen der Stadt Köln (Bezirksrathäuser, Bibliotheken, sogar das Kunsthaus 'Rhenania' leistet sich 1-Euro-Jobber auf dem Klo) kostenfrei zu erfolgen, auch wenn etwa ein bereit gestellter Teller anderes suggerieren will. Der Teller verarscht uns genau genommen in zweifacher Hinsicht: Er gaukelt eine Kostenpflicht vor und zudem möchte man annehmen, das „Trinkgeld“ bekäme die Servicekraft vor Ort. Ist aber nicht so, weshalb wir getrost auf jene Spende für die Kölner Gesellschaft für – na klar – Arbeits- und Berufsförderung verzichten können.

Den betroffenen 1-Euro-Jobbern möchten wir empfehlen, einen so genannten Tätigkeitsnachweis (Musterformular) zu führen, falls gerichtliche o.ä. Instanzen irgendwann mal zu der Einsicht gelangen, dass der Job alles andere als „zusätzlich“ ist. Und wer den Job ohne Sanktionsgefahr schnell wieder los werden will, der kann ja mal versuchen, sich den Tätigkeitsnachweis vom Chef unterschreiben zu lassen. Doch, Tätigkeitsnachweise machen Eindruck! ;-)