Immer mehr Kinder arm

Submitted bytgr on7. September 2008 - 20:00

Klingt wie eine aktuelle Meldung – ist es aber nicht. Schon vor über 13 Jahren, nämlich im Mai 1995, erschien folgende Notiz im Kölner Stadt-Anzeiger:




Der Kinderschutzbund forderte bereits damals eine Angleichung des Sozialhilfesatzes „an den tatsächlichen Bedarf“ von etwa 700 DM monatlich für ein Kind. Und wie sieht das 2008 aus? Wieviel Geld bekommen heute die Kinder, deren Eltern erwerbslos sind und Leistungen nach Hartz IV beziehen? Die ernüchternde Antwort liefert §28 SGB II:
Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr erhalten 60 Prozent des Regelsatzes (211 Euro) und Kinder ab dem 15. Lebensjahr 80 Prozent (281 Euro). Weit entfernt von den geforderten 700 DM (ca. 358 Euro). Und dabei ist der Kaufkraftverlust noch nicht eingerechnet (bei einer 2%igen Inflationsrate p.a. entsprechen die 700 DM heute ca. 463 Euro). Von einer Anpassung an den realen Bedarf kann hier überhaupt keine Rede sein.

Ebenfalls bemerkenswert ist dieses Zitat:
„Anstatt immer wieder Debatten über den Mißbrauch der Sozialhilfe und über die Arbeitsunwilligkeit von Sozialhilfeempfängern anzuzetteln, sollte die Regierung in Bonn nicht länger leugnen, daß es Armut und Unterversorgung gibt.“
Auch das kommt einem doch seltsam bekannt vor. Offensichtlich hat sich in dieser Hinsicht seit über einem Jahrzehnt nichts geändert. Abgesehen davon, dass die frühere Sozialhilfe nun ALG II genannt wird, die Regierung in Berlin sitzt und Raider jetzt Twix heißt.

Insgesamt gesehen:
Ein echtes Armutszeugnis für Deutschland!

Update
Kinderschutzbund erneuert seine Forderung nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Leistungen für Kinder: www.gegen-hartz.de