Kalenderblatt des Monats

Submitted byKEA on30. März 2021 - 0:41

JC Porz von InnenEin Kalenderblatt vom März '21 hat bei einigen KEAs eine nostalgische Stimmung hervorgerufen. Unser Gastautor schildert die unersetzliche Erfahrung von Kompetenz und Empathie, die man nur in einem Gespräch in den Räumlichkeiten des Jobcenters gewinnen kann, zu dem man eine "Einladung" mit Straf-androhung erhalten hat. Diese Qualität kann kein freiwilliges "telefonisches Beratungsgespräch" bieten, zumal auf das gute Recht auf Unterstützung durch einen Beistand (§ 13 Abs. 4 SGB X) mit Absicht nicht hingewiesen wird.

So sieht es aus:

Das Foto ist aus dem Jahr 2016. Ich war als Beistand mit einem leistungsberechtigten Kollegen bei einem Termin im Jobcenter Porz. Als ich während des Gesprächs etwas sagte, wies mich die Sachbearbeiterin darauf hin, sie spreche ja nicht mit mir, sondern mit dem Betroffenen.

Dies war mir als Beistand schon mehrfach untergekommen. Also erklärte ich ihr, daß sie sehr wohl mit mir sprechen müsse, weil sie gesetzlich dazu verpflichtet sei. Ich präsentierte ihr einen vorsorglich mitgebrachten Ausdruck mit dem Gesetzestext (§ 13 SGB X Bevollmächtigte und Beistände).

Sie weigerte sich, das Blatt zur Kenntnis zu nehmen und schnauzte mich an:

*"ICH mache hier die Gesetze!"*

Worauf ich sie bat, einen Moment zu warten, meinen Klienten schnappte und zur Standortleitung ging, wo ich den Vorfall schilderte. Wir bekamen dann eine andere, "kunden"-freundlichere Sachbearbeiterin.

Die "Gesetzgeberin" sitzt vermutlich nach wie vor auf ihrem Pöstchen und tobt auf Staatskosten ihre Impertinenz aus.

Berthold Bell