Zweiter Besuch bei Sachbearbeiterin Frau A. im Jobcenter Porz

Diesmal war es ganz ohne Einladung. Kein Meldetermin, keine offizielle Begleitung.

Auf einmal standen ein Dutzend Menschen im Flur des Jobcenters Porz, in einer der oberen Etagen, und wollten zur Sachbearbeiterin Frau A. Diese ist bei Vielen als böswillig agierend und sanktionsfreudig aufgefallen, außerdem liegen zahlreiche Berichte von als rassistisch empfundenen Aussagen von ihr vor.

Donnerstag, 1. August 2019

Mehr als 3 Wochen war der letzte große Besuch her. Bei einer massenhaften Begleitung einer Erwerbslosen zum Meldetermin bei Frau A. kamen damals 15 Begleiter*innen als Unterstützung mit und forderten die Versetzung von Frau A. „Kein Kundenkontakt für Sachbearbeiterin Frau A.“

Mehr als 3 Wochen Zeit für das Amt, die ausgehändigte Dienstaufsichtsbeschwerde und die weiteren Beschwerden zu bearbeiten.

Und nach 3 Wochen nun auch Zeit für die Begleiter*innen, noch einmal nachzufragen, was denn aus den vielfachen Beschwerden und der Forderung nach Versetzung von Frau A. geworden ist.
Diesmal als kleiner Überraschungsbesuch.

Und tatsächlich, Frau A. war nicht da. Ob dies an der Urlaubszeit liegt oder am Erfolg der Aktion, musste nachgeprüft werden. So ging es kurzerhand zum Teamleiter Herrn M. Dieser war gar nicht begeistert über die vielen ungebetenen Gäste, die da in seinem Büro standen. Auf die einfache Frage, ob die Leitung des Jobcenter inzwischen reagiert und Frau A. aus dem Kontakt mit Erwerbslosen entfernt hätte, antwortete er leider nicht. Stattdessen gab Herr M. sich ahnungslos, verlangte, den Flur zu räumen, und sorgte sich darum, dass der „Betrieb ungestört weitergehen“ könne.

Ungestört Sanktionen verteilen? Ungestört rassistische Äußerungen tätigen oder willkürliche Entscheidungen treffen und Menschen demütigen?

Seine Mitarbeiter*innen hätten Angst vor den ungebetenen Gästen. Zu den Vorwürfen kein Wort. Rassismus, Willkür - egal. Hauptsache, der Dienstbetrieb kann ungestört weiterlaufen.

Doch die Aktivisten* kamen, um zu stören. Das Hartz IV-System und seine besonders scharfen Sachbearbeiter*innen gehören ans Licht gezerrt.

Und so ging es auf dem Rückweg auch noch einmal durch die volle Wartezone im Erdgeschoss. Kleine Ansprachen wurden gehalten, Flugblätter verteilt. Die dort wartenden Erwerbslosen stimmten den Ausführungen zu und fanden die Kritik berechtigt. Nur der Teamleiter und seine mittlerweile herbeigerufenen Securities schienen anderer Meinung und warfen die Protestler*innen raus.
Draußen standen auch schon andere mit einem Transparent und Flugblättern und informierten die Hereinkommenden.

Eine kurze und gelungene Aktion.

„Wir werden keine Ruhe geben, bis Frau A. und andere böswillig agierende Sachbearbeiter*innen ins Archiv oder sonst wohin verschwinden“, war das passende Statement einer Teilnehmenden.

Für die kommende Woche wurde dann auch eine Aktionswoche mit angemeldeten Infostand am Eingang des Jobcenters angekündigt.