Flashmob bei Inge Hannemann in Köln

Gespeichert von KEA am 24. Juli 2013 - 21:28

Während Ihrer Vortragsreise machte die vom Jobcenter Hamburg freigestellte (Ex-)Mitarbeiterin Inge Hannemann am 23. Juli 2013 Station in Köln. Eingeladen hierzu hatte die Linke Erwerbslosenorganisation LEO. Für Irritationen sorgte ein Flashmob, der vor allem Hannemanns früheres solidarisches Umfeld kritisch hinterfragen wollte. Die Aktion war nur kurz, die Irritationen hingegen dauern an. Stecken Die KEAs dahinter?

Es gibt aktuell zwei Themen, die die KEAs geradezu spalten. Zum einen die Frage, wer die von uns genutzten Räumlichkeiten putzen soll, zum anderen "Inge Hannemann". Beides ist gleichermaßen komplex, wie kompliziert und bisweilen durchaus auch nervend.

Die Diskussionen im Internet offenbaren das Dilemma. Gerade weil man zunächst Die KEAs als Urheber der Aktion vermutete, beschwören jetzt viele demonstrativ die "Köpfe einer Bewegung", während sie die "Bewegung" selbst zur Belanglosigkeit verniedlichen. Solche "Köpfe" haben es schwer. Sie stehen exponent höher oder gar völlig außerhalb einer Bewegung. Das fördert den (Personen-)Kult, macht diese Personen aber auch angreifbar. In der Kritik werden sie schnell als "Selbstdarsteller" abgekanzelt und nicht selten ist an solchen Vorwürfen ja auch was dran. Solche Köpfe machen es auch einer "Bewegung" nicht leicht.

Inge Hannemann bringt die Faktenlage um 'Hartz IV' auf den Tisch. Eine solidarische Organisierung ist das zunächst nicht, aber sie kann/könnte solidarische Wirkung erzeugen. Seit Jahren empören wir uns darüber, dass die Teams der Jobcenter in einem Ranking zueinander stehen, wo es nicht nur um Vermittlungsquoten geht, sondern auch um Anzahl und Höhe finanzieller Sanktionen. Uns glauben und hören aber offenbar weniger, als man Inge Hannemann glaubt und hört.
Das weiß auch die Bundesagentur, die zuletzt geradezu aggressiv auf Hannemann reagierte.

Sie ist ein Stachel und etwas Sand im Getriebe, was wir schon aus strategischen Gründen stillschweigend genießen dürfen. Und klar wären fünf oder mehr Hannemanns besser, als nur die eine.
Doch, insofern wissen sicher auch die meisten KEAs ihr Engagement zu würdigen.

Ein Kritikpunkt, der auch bei den KEAs hin und wieder diskutiert wurde, ist ihr laxer Umgang mit solidarischen Bekenntnissen. Sogenannte Verschwörungstheoretiker und Menschen aus dem rechten Spektrum wollten den Hype um Inge Hannemann nutzen und das ging - muss man sagen, wie es ist - eine ganze Weile gut. Hannemann war Werbeträger, wie sie es jetzt ab und an auch für die Linkspartei ist. Einzelkämpfer lassen sich per se nicht so einfach politisch zuordnen. Auch das macht sie bisweilen in der öffentlichen Wahrnehmung suspekt. Als ein KEA das während der Veranstaltung hinterfragen wollte, ging ein missmutiges Raunen durch den Saal.

Der war mit über Hundert Anwesenden gut gefüllt. KEAs waren auch dabei, aber eben auch viele, die man bei den praktischen Auseinandersetzungen der sozialen Kämpfe vergeblich suchen wird.
Ein ähnliches Verhältnis wird man bei den regen Diskussionen im Internet um den besagten Flashmob unterstellen dürfen. Wenn die sich mal alle praxisorientiert engagieren würden ...

Bericht vom Flashmob auf linksunten.indymedia